St. Pölten in progress

St. Pölten in progress

Die Landeshauptstadt entwickelt sich rasant, aber nicht planlos. Professionell erarbeitete Masterpläne und Programme hauchen der 2008 umrissenen Vision für den Standort St. Pölten Leben ein. Für beide Schlüsselbereiche setzt die Stadt auf die Erfahrung, das Know-how und die Kontakte ausgewiesener Fachleute. Denn letztlich wird auch der Wettbewerb der Standorte ein Wettbewerb der Ideen sein.

Das Programm Fittest City setzt auf vielem auf, was über Jahre entwickelt worden ist: Es fasst zusammen, macht der Bevölkerung Angebote verstärkt zugänglich und ergänzt noch Fehlendes. Ausgerichtet am Prinzip der Vorsorge und begleitet von angewandter Forschung.

Der Masterplan Bildung – mit einem in Entstehung begriffenen Weißbuch – dockt an die vorhandenen Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen der Stadt an. Und formuliert dabei jene Schwerpunkte, die die Qualität des Bildungsstandortes St. Pölten im 21. Jahrhundert bestimmen werden.

DER FITNESS-KOORDINATOR
Als Gesundheitsökonom leitet PROF. DR. (FH) BERNHARD RUPP die Gesundheitsabteilung der AK NÖ. Als erfahrener Kenner der Materie treibt er am Standort St. Pölten den „Masterplan Gesundheit“ voran.

Was ist Ihre schönste Erinnerung, die Sie mit St. Pölten in Verbindung bringen?
Ich war in den 1970er Jahren ein Teenager in St. Pölten. Ruhige gepflegte Parks wie der Hammerpark und der Kaiserwald waren damals genau richtig für mich und meine Rendezvous. Auch die „coolen“ Discos wie der Löwenkeller oder die Fabrik. Das Beste zu Schluss: Ich habe eine g‘standene St. Pöltnerin geheiratet!

Was hat St. Pölten, was andere Städte nicht haben?
Als Bildungs- und Uniklinik-Standort bildet St. Pölten ExpertInnen mit hoher Kompetenz in Gesundheits- und Sozialberufen, aber auch im IT-Bereich aus. Dazu kommt ein gewisses Gespür für harmonische und gesunde Stadtplanung: Die Traisen und die Badeseen werden stadtplanerisch nicht als „Störungen“ wahrgenommen, sondern als Naherholungsgebiete von unschätzbarem Wert eingebunden. Und noch ein wichtiger Punkt: Die professionelle Verbindung von Stadt, Sport und Vereinen. Ich bin schon als Kind über dieses System – schon zu meiner Zeit waren das die „Neigungsgruppen“ – zum Schwimmsport gekommen.

Worauf wird es in den nächsten 15 Jahren ankommen?
St. Pölten wird wachsen. Neu zugezogene, junge Familien mit Kindern werden das Stadtbild noch bunter machen. Dabei bleibt St. Pölten demographisch und epidemiologisch ein Abbild Niederösterreichs. Ein steigender Anteil an Älteren und chronisch Kranken und Pflegebedürftigen leben überwiegend in alten Einfamilienhäusern oder großvolumigen Wohnbauten. Sie wollen weiterhin selbstbestimmt leben und erwarten im Bedarfsfall qualitativ hochwertige medizinische, pflegerische, soziale und zunehmend auch technische Unterstützung.

Was wäre eine mögliche, spannende Idee/Initiative für die Zukunft?
Erste Forschungsprojekte zur technischen Unterstützung von Pflegebedürftigen und zur nachhaltigen IT-unterstützten Stadtentwicklung sind schon am Laufen. Diese Zutaten – gut kombiniert mit innovativen Wohnmodellen und Entwicklungskonzepten – können St. PöltnerInnen jeden Alters wirklich dabei unterstützen, gesund zu bleiben oder trotz Einschränkungen im Erwerbsleben zu bleiben und ihren Alltag zu meistern.

DER BILDUNGSBEAUFTRAGTE
Bis Mitte 2015 leitete PROF. MAG. JOSEF KOLARZ-LAKENBACHER die Niederlassung von Siemens AG in St. Pölten. Heute erarbeitet er als Bildungsbeauftragter das Weißbuch Bildung“ für St. Pölten.

Was ist Ihre schönste Erinnerung, die Sie mit St. Pölten in Verbindung bringen?
Das tägliche Arbeiten in St. Pölten. Als Vorstand von Siemens in Niederösterreich war mir auch soziale Verantwortung wichtig. Eine Verantwortung, die ich in beratenden Funktionen – etwa für die Fachhochschule St. Pölten, die New Design Universität oder die HTL – immer gerne wahrgenommen habe.

Was hat St. Pölten, was andere Städte nicht haben?
Eine umfassende Bildungslandschaft in allen Bereichen. Von der Lehre über Universitäten bis zum Bildungsangebot für Erwachsene. Ein breit gefächertes Kulturangebot. Und einen klar definierten Fokus auf das Thema Gesundheit und Soziales. Bei all dem kommt der Wirtschaft und Industrie in den Ausbildungsschwerpunkten – etwa mit Studiengängen wie Smart Engineering – eine besondere Bedeutung zu.

Worauf wird es in den nächsten 15 Jahren ankommen?
Internationalisierung und Digitalisierung. Das Fundament wurde durch eine aktive Wirtschaftspolitik der Stadt St. Pölten bereits gelegt. Jährliche Wirtschaftsreisen und die aktive Pflege der Patenschaften mit anderen Städten gehören hier dazu. Wertvoll wäre eine Ausweitung des internationalen Angebotes bei unseren Pflichtschulen: mit einer Betreuung durch „native speakers“ vom Kindergarten bis zur Matura. Eine Anpassung der Bildungsstandards an die fortschreitende Digitalisierung bei Themen wie IT-Security, Big Data oder Social Media ist dringend notwendig. Master & Meister gestalten unsere Zukunft!

Was wäre eine mögliche, spannende Idee/Initiative für die Zukunft?
Das Haus der Zukunft. Mit einer solchen Einrichtung lassen sich Stärken der Stadt herausarbeiten, Talente fördern und Schwerpunkte setzen. Ein besonderer Stellenwert wird am Standort den Themen Eisenbahncluster, Industrie & Handwerk 4.0, Gesundheit, Naturwissenschaften und F&E zukommen.